Erhöhte PFAS-Werte im Uferbereich Furen

28. Mai 2026
Untersuchungen durch den Kanton haben ergeben, dass die Werte der synthetischen Industriechemikalien PFAS in der obersten Humusschicht im Bereich der Surferwiese und des Seebads Furen erhöht sind. Es besteht keine akute gesundheitliche Gefährdung für die Bevölkerung. Vorsorglich werden jedoch punktuell Massnahmen umgesetzt, damit die Surferwiese und das Seebad Furen möglichst uneingeschränkt für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben können.

Im Rahmen einer Untersuchung der Seeanlage Greifensee hat die kantonale Baudirektion Belastungen mit per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) im Boden festgestellt. Die gemessenen Konzentrationen in der obersten Humusschicht sind in Teilbereichen (insbesondere bei der Surferwiese) erhöht. Wie diese Belastung effektiv zu beurteilen ist, lässt sich aufgrund aktuell noch in Erarbeitung befindlicher Grenzwerte derzeit nicht verlässlich abschätzen. PFAS werden nur über den direkten oralen Kontakt mit belasteter Erde aufgenommen. Daher werden vorsorgliche Massnahmen ergriffen, welche die Bodenbedeckung optimieren und den direkten Kontakt mit Erde verhindern. Dies soll insbesondere das Risiko minimieren, dass Kinder belastete Erde in den Mund nehmen. Die Abteilung Hoch- und Tiefbau setzt diese Massnahmen derzeit um. Im Hinblick auf die beginnende Badesaison ist es dem Gemeinderat ein Anliegen, dass die Surferwiese und das Seebad Furen für die Öffentlichkeit möglichst uneingeschränkt zugänglich bleiben.

Umsetzung vorsorgliche Massnahmen

Insgesamt ist die Vegetationsbedeckung durch den bestehenden Rasen im Seebad Furen schon sehr gut. In den Bereichen nach der Brücke und vor dem Badisteg ist der Boden stark abgetreten, sodass die Vegetation hier nicht gut gedeihen kann. Daher werden an diesen Stellen Kies und Platten verlegt. Zusätzlich werden Neupflanzungen geprüft. Die Böden um den Grillplatz und den Sandkasten im Seebad Furen weisen von den betroffenen Flächen die geringste Belastung auf. Dennoch hat eine sorgfältige Sicherung insbesondere des Kinderspielbereichs für die Gemeinde oberste Priorität. Auch in diesem Bereich werden deshalb neue Kies- und Plattenflächen geschaffen und bestehende Kiesflächen aufgestockt. Bei der Surferwiese werden die Kiesplätze mit neuem Kies aufgefüllt. Das Massnahmenkonzept wurde in enger Abstimmung mit der kantonalen Baudirektion erarbeitet.

Ergänzende Verhaltensempfehlungen

Es wird empfohlen, vor dem Essen und nach dem Besuch des Seebads Furen die Hände und allenfalls Füsse mit sauberem Wasser abzuspülen. Im Garderobengebäude stehen ein Waschbecken und eine Dusche zur Verfügung, die während den Öffnungszeiten des Seebads auch von Besucherinnen und Besuchern der Surferwiese genutzt werden können. Zudem bitten wir Eltern und Begleitpersonen, kleine Kinder zu beaufsichtigen.

Gemeinderat Greifensee

PFAS – was ist das?

Bei per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) handelt es sich um eine Gruppe von mehreren tausend synthetischen Industriechemikalien. Seit den 1970er-Jahren werden sie in grossem Umfang eingesetzt. Viele PFAS sind fett-, schmutz- und wasserabweisend sowie thermisch und chemisch äusserst stabil. Diese Stoffeigenschaften sind vorteilhaft und nützlich in einer Vielzahl an Produkten und Prozessen, wie beispielsweise in Outdoor- und Funktionskleidung, beschichtetem Papier und Karton, Küchenutensilien mit Antihaftbeschichtungen oder Kosmetika. In der Umwelt können sich PFAS nahezu nicht abbauen. Sie werden daher auch als «Ewigkeitschemikalien» bezeichnet. PFAS wirken nicht akut toxisch. Jedoch werden sie bei häufigem, direktem Kontakt über einen längeren Zeitraum vermehrt im Körper angereichert und können langfristig gesundheitliche Probleme verursachen. Mit der Festlegung von Grenzwerten für PFAS in Lebensmitteln, Böden und Gewässern, die auf Bundesebene im Gang ist, verfolgt der Gesetzgeber das Ziel, die Belastung der Bevölkerung mit PFAS möglichst tief zu halten.

Quelle: Bundesamt für Umwelt (BAFU)Externer Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.