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Informationen zur Namensgebung und Signaletik

In wenigen Wochen öffnet das sanierte und renovierte Landenberghaus seine Tore für die Öffentlichkeit. Von den umfassenden baulichen Massnahmen wurde in dieser Rubrik regelmässig berichtet. Daneben hat in den letzten Monaten ein anderes wichtiges Thema die Baukommission beschäftigt, nämlich die des äusseren und inneren Erscheinungsbildes der Gebäude, sprich: die Namensgebung und Signaletik. – Wie soll das neue Gebäude und seine Räume heissen? Wie wird die räumliche Orientierung innen und aussen gestaltet, welche visuelle und mediale Aussenwirkung soll das Erscheinungsbild haben? Um ästhetische und fachgerechte Lösungen für diese Fragen zu suchen, wurde vor einigen Monaten das Architektur- und Grafikbüro «KASPARTHALMANN» aus Uster beigezogen.

Die Namenssuche für das neue Kulturhaus
Ursprünglich hatte der Gemeinderat, auf Empfehlung der Baukommission und in Absprache mit den Vereinen, beschlossen, das Ensemble von Landenberghaus und ehemaligem Pfarrhaus zusammen in «Kulturhaus Landenberg», mit Abkürzung «KuL», umzubenennen. Im Zusammenhang mit anderen Überlegungen zur Signaletik, so berichtet Herbert Hubmann, Liegenschaftsverantwortlicher der Gemeindeverwaltung, sei man aber davon abgekommen. In einem erneuten Entscheid wurde der Name wieder wie herkömmlich auf «Landenberghaus» festgelegt. Der Name «Landenberghaus» sei tief in den Köpfen der Bevölkerung verankert und habe geschichtliche Schlagkraft. Und der Name Landenberghaus wird auch dem ehemaligen Pfarrhaus gerecht. So war (wie auch auf der Webseite greifensee.ch sowie der Chronik Greifensees nachzulesen ist) die Herrschaft Greifensee zwischen 1300 und 1369 bekanntlich im Besitz der Landenberger, einem mittelalterlichen Adelsgeschlecht, das auch in beiden Gebäuden wohnte. Das ehemalige Pfarrhaus diente bis Mitte des 16. Jahrhunderts als Sitz der Adeligen bzw. Landvögte, bevor es zum Pfarrhaus wurde. So residierte viel später, nämlich zwischen 1809 und 18016/17, Felix von Breitenlandenberg, der letzte männliche Landenberger der Schweizer Linie, als Pfarrer im Pfarrhaus in Greifensee. Die der Gemeinde kürzlich geschenkten Ölbilder (vgl. NaG vom 25.7.2019) stammen mit Sicherheit aus dieser Familie und sollen im ehemaligen Pfarrhaus auch einen gebührenden Platz finden.

Im Eingedenken historischer Persönlichkeiten
Um die Geschichtsträchtigkeit der Gebäude für Greifensee namentlich noch mehr zu verankern und auch um die Räumlichkeiten im 1. Stockwerk des ehemaligen Pfarrhauses voneinander zu unterscheiden, wurden sie nach lokalhistorischen Gegebenheiten und bedeutenden Persönlichkeiten getauft. Die Räume heissen «Pfarrstube», «Salomon-Landolt-Zimmer», «Gerold-Edlibach-Zimmer» und «Elisabeth-von-Rapperswil-Zimmer». Letzteres war bereits mehrere Male mit der restaurierten Grisaillemalerei an der Decke in den NaG abgebildet. Welche historische Bedeutung tragen diese Persönlichkeiten für Greifensee? Gräfin Elisabeth von Rapperswil (aus dem Geschlecht der Rapperswiler, welche die Burg Greifensee errichtet und damit die Entwicklung in ein Städtchen begründet hatten), verpfändete um 1300 die Herrschaft «Grifense», d.h. die Burg, das Städtli und den Greifensee an den Ritter Hermann II. von Landenberg. In der Rechtsurkunde vom 7. Januar 1300, das ihre Verpfändung regelte, ist erstmals die offizielle Nennung von Greifensee verbürgt. Gerold Edlibach seinerseits war einer der Hauptchronisten des Alten Zürichkrieges und u.a. für sein Wappenbuch bekannt. Von 1505 bis 1507 war er Landvogt in Greifensee. Es ist anzunehmen, dass er im Pfarrhaus wohnte, da das Schloss seit der Zerstörung um 1444 erst ab 1530 wieder als Residenz zur Verfügung stand. Salomon Landolt schliesslich ist der drittletzte und bekannteste Landvogt von Greifensee (1781 – 1787). Während seiner Regierungszeit förderte er die Landwirtschaft durch Einführung moderner Bewirtschaftungsmethoden und verbesserte das Strassennetz. Ausserdem machte er sich durch seine Rechtsprechung einen Namen. Literarisch bekundet werden seine Unternehmungen in Gottfried Kellers Novelle «Der Landvogt von Greifensee».

Visueller Auftritt mit Stil und Konzept
Wie funktioniert nun das Leitsystem zum Landenberghaus und die Signaletik? Das neue Landenberghaus bezeichnet das ehemalige Landenberghaus sowie die Räumlichkeiten des alten Pfarrhauses, mit Ausnahme der Wohnung im 2. Stockwerk. Für den gestalterischen Auftritt ist man von speziellen Logos (beispielsweise in Zusammenhang mit dem Vogel Greif der Gemeinde, oder mit dem gepunkteten Familienwappen der Landenberger) weggekommen, da dem Kulturhaus als Pacht eine gewisse Eigenständigkeit zukommt. Daher sieht das visuelle Design eine sogenannte «Wortmarke» vor, mit einer angepassten DIN-Engschrift: Als Hauptelement LANDENBERG in Grossbuchstaben, auf der unteren Zeile jeweils als Modul die entsprechende Räumlichkeit: HAUS, FOYER, SAAL, BEIZLI.

Historisches Flair bei den Türbeschriftungen
Von der Seeseite her wird das Landenberg-Beizli, wie der Restaurantbetrieb genannt wird, mit einem Wirtshausschild angeschrieben. Auf der Städtliseite soll der Name des Landenberghauses mit Metallbuchstaben direkt auf die Mauer aufgeklebt werden. In den Innenräumen selber ist die Wegweisung ebenfalls aufs Genauste konzipiert, insbesondere was die Beschriftung der Räume an den Türen anbelangt. So wird im Neubau alles mithilfe von Schablonen gemalt; im alten Pfarrhaus werden die Raumnamen sogar von Hand in ähnlicher Schrift, aber leicht abgewandelt, auf die Türe gepinselt. Farblich wird das Leitsystem im Bereich beige/braun sein; mit Ausnahme des «Elisabeth-von-Rapperswil-Zimmers»; dort wird für den Raumnamen an der Türe die Farbe «grau» aus der Grisaillemalerei übernommen.

Bald kann alles mit eigenen Augen besehen werden: Zum einen finden am Sonntag, dem 15. September, anlässlich des Europäischen Tages des Denkmals, zum ersten Mal Führungen durch die neuen Räumlichkeiten statt. Und zum andern ist am 21. September die offizielle Eröffnung des neuen Landenberghauses.



Datum der Neuigkeit 22. Aug. 2019

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